Vorsicht beim Kopiertarif

Der Kopiertarif und sein Pendant im digitalen Bereich, der Netzwerktarif sind zwei Massentarife, die letztes Jahr die Schweizer Wirtschaft, Bildung, Forschung und Verwaltung insgesamt über 17 Millionen Franken kosteten. Jedes Büro, jedes Institut, jede Schule, jede Werkstatt, jede Verwaltung, jedes Geschäft und Ähnliches schuldet in der Regel diese Vergütung. Dafür dürfen Zeitungartikel, ganze Kapitel aus Büchern, Aufsätze, Fotografien und Anderes kopiert, gespeichert und intern weitergeleitet werden. Die beiden Tarife (Gemeinsamer Tarif 8 und Gemeinsamer Tarif 9) sind kompliziert, schwer verständlich formuliert und mit bis zu 27 Seiten pro Tarif enorm umfangreich, aber sie  sind gerade mit dem Ausland verglichen für den Einzelnen nicht übermässig teuer. Kleinere und mittlere Nutzer bezahlen eine Pauschale. Bei grösseren Firmen mit je nach Branche über 200, über 500, über 700 oder über 1‘000 Angestellten muss die Vergütung individuell berechnet werden. Entscheidendes Berechnungskriterium ist dabei die so genannte Gesamtkopiermenge (GKM). Diese GKM ist die Summe aller während eines Jahres auf den Geräten (Fotokopiergeräte, Drucker, Multifunktionsgeräte, Telefaxapparate usw.) im Betrieb des Nutzers hergestellten Vervielfältigungen. Aber: Davon dürfen verlagsähnliche Produkte (Jahresberichte, Geschäftsberichte, Werbeprospekte, Gebrauchsanweisungen, Kataloge, Mitgliederzirkulare usw.) und Originaldokumente (Briefe usw.) abgezogen werden. Schätzungen sind erlaubt. Wichtig ist, dass die GKM also nicht dem gesamten Papierverbrauch entspricht. Darauf ist unbedingt zu achten, wenn die zurzeit wieder anstehende Meldung an die ProLitters erfolgt, weil sonst zu hohe Urheberrechtsvergütungen errechnet werden.